Hohe Tankstellenpreise bergen soziale Sprengkraft

CDU-Abgeordnete hält Senkung von Steuern auf Kraftstoffe für dringend geboten

10.03.2022, 10:04 Uhr | Oranienburg
Nicole Walter-Mundt (CDU) reagiert auf emotionale Benzinpreisdiskussion auch in den sozialen Netzwerken und bringt Steuersenkungen ins Spiel, Foto: Christian Howe
Nicole Walter-Mundt (CDU) reagiert auf emotionale Benzinpreisdiskussion auch in den sozialen Netzwerken und bringt Steuersenkungen ins Spiel, Foto: Christian Howe

Die Preise für Benzin und Diesel kennen derzeit nur eine Richtung – die nach oben. So werden für die gängigen Spritsorten dieser Tage bereits weit mehr als 2 Euro je Liter aufgerufen und das Ende der Preisspirale scheint dabei noch längst nicht in Sicht. Die Oranienburger Landtagsabgeordnete Nicole Walter-Mundt (CDU) äußert sich nun zu der in den sozialen Netzwerken und örtlichen Facebookgruppen aufgeflammten Diskussion hierzu und bringt dabei die Senkung der Energie- und Mehrwertsteuer ins Spiel.  

Putin-Effekt auf Tankstellenpreise trifft die Mittelschicht besonders hart

Die verkehrspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion im Landtag Brandenburg sagt: „Brandenburg ist sowohl ein Flächen- als auch ein Pendlerland. Deshalb spüren gerade die Menschen aus unserer Region den Putin-Effekt an den Zapfsäulen besonders stark. Sollte sich dieser Trend in den kommenden Wochen und Monaten weiter verfestigen, so halte ich eine Anpassung der Steuern auf Benzin und Diesel für dringend geboten.“

Die CDU-Politikerin sehe deshalb vor allem die in Berlin regierende Ampel-Koalition in der Pflicht, schnell einen geeigneten Lösungsvorschlag zu unterbreiten, um dieser Preisspirale an unseren Tankstellen sozialverträglich entgegenzuwirken. Denn die hohen Kraftstoffpreise hätten auch Auswirkungen auf viele andere Bereiche, meint Nicole Walter-Mundt. „Wenn sich die Krankenschwester, der Handwerker oder die Kassiererin zwischen einer Tankfüllung, den Wochenendeinkauf oder den Familienausflug entscheiden müssen, dann berge das Thema über kurz oder lang auch eine nicht zu unterschätzende soziale Sprengkraft.“

Staat verdient an der Preissteigerung kräftig mit

Wie setzt sich der Preis für einen Liter Benzin und Diesel zusammen? Der ADAC hat es vorgerechnet. Bei einem Benzinpreis von 2,10 Euro je Liter bezahlt der Verbraucher 66,4 Cent Energiesteuer und 33,5 Cent Mehrwertsteuer. Bei 2,08 Euro je Liter Diesel beträgt der Anteil der Energiesteuer 47 Cent und der Anteil der Mehrwertsteuer 33,2 Cent. Hinzu kommt noch die CO2-Abgabe, so dass etwa die Hälfte der Preise an den Zapfsäulen in Deutschland aus Steuern und Abgaben bestehen. Je höher also die reinen Marktpreise für Kraftstoffe ausfallen, desto mehr Einnahmen generiert auch der Staat für seinen Haushalt.

aktualisiert von Christian Howe, 10.03.2022, 10:08 Uhr